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1316
Politik und Weltgeschehen
- Johannes XXII. wird neuer Papst.
- Ludwig der Bayer anerkennt die Unabhängigkeit der Schweizer Eidgenossenschaft
- Die Bevölkerung Europas wird durch eine Hungersnot, stark dezimiert.
- Johann von Luxemburg sieht sich gezwungen, den Hochadel stärker an der Macht zu beteiligen, was in Bürgerkrieg endet.
- Philipp V. wird neuer französischer König.
- 2. März - Robert II. (Schottland), schottischer König († 1390)
- 14. Mai - Karl IV. († 1378)
- 13. November - Johann I. (Frankreich), Sohn von Ludwig X. von Frankreich († 1316)
- 12. März - Stefan Dragutin, serbischer König ( - um 1252)
- 25. April - Friedrich Clem, Markgraf von Meißen ( - 1273)
- 22. Dezember - Aegidius von Rom, Augustiner-Eremit ( - 13. Jh.)
- 19. November - Johann I. (Frankreich), Sohn von Ludwig X. von Frankreich ( - 1316)
- Pietro d'Abano, italienischer Arzt, Philosoph und Astrologe ( - 1250)
- Raimundus Lullus, katalanischer Philosoph ( - 1232)
- Ludwig der Zänker ( - 1289)
ko:1316년
Kategorie:1316
Johannes XXII.Johannes XXII. ( - 1245 oder 1249 in Cahors als Jacques Arnaud Duèze (auch Jacques Duèse) † 4. April 1334 in Avignon) war ein französischer Papst von 1316 bis 1334.
Er war der zweite Papst, der in Avignon residierte.
Er wurde etwa 1245 oder 1249 in Cahors als Sohn eines Schuhmachers geboren. Er studierte Medizin in Montpellier und Rechtswissenschaften in Paris. Ab 1308 war er Kanzler des neapolitanischen Königs Karl II. von Anjou († 1309) und seines Nachfolgers Robert I. 1300 wurder er Bischof von Fréjus und 1310 Bischof von Avignon, 1312 Kardinal und 1316 in Lyon zum Papst gewählt.
Als Papst reformierte er Verwaltung und Finanzwesen der Kurie. Dies und sein Kampf gegen Ludwig den Bayern trugen stark zum Ansehensverlust der Kirche im Heiligen Römischen Reich bei.
Vorwurf der Ketzerei
Johannes XXII. vertrat in seinen letzten Lebensjahren die Lehre, die Seelen der Heiligen würden nach ihrem Tod bis zum Jüngsten Tag nicht zur Anschauung Gottes gelangen, sondern lediglich zur Anschauung Christi als Mensch. Diese bereits damals von der traditionellen Lehrmeinung abweichende Theorie vertrat er in den Jahren 1331 und 1332 auch in Predigten und somit in Ausübung seines Lehramtes - dies führte zu schweren Anschuldigungen. Johannes XXII. widerrief kurz vor seinem Tod diese Meinung. Obwohl Johannes XXII. diese Lehre nicht als unfehlbar verkündete, ist der Fall doch bemerkenswert als Gegenbeispiel zu der These, der Papst sei in seinem normalen - 'ordentlichen' Lehramt unfehlbar.
Am 4. Dezember 1334 starb er in Avignon und wurde in der dortigen Kathedrale beigesetzt.
Weblinks
- [http://www.eckhart.de/index.htm?papste.htm#Johann22 Johannes XXII.] Meister Eckhart und seine Zeit
-
Kategorie:Mann
Kategorie:Papst
Kategorie:Gestorben 1334
Kategorie:Franzose
ja:ヨハネス22世 (ローマ教皇)
Ludwig der Bayer und Ludwig den Bayern dar. Die Könige sind kleiner dargestellt, um den Erzbischof als Hauptperson herauszustellen. Die architektonische Umrahmung zeigt gotische Formen.]]
Ludwig der Bayer ( - Ende 1281/Anfang 1282 in München; † 11. Oktober 1347 bei Fürstenfeldbruck), auch bekannt als Ludwig IV., entstammte dem Haus Wittelsbach. Er war seit 1294 Herzog von Bayern, seit 1314 Rex Romanorum (römisch-deutscher König) und seit 1328 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Ludwig wurde in der Frauenkirche in München beigesetzt. Mit seinem Drama Ludwig der Bayer hat der Dichter Ludwig Uhland ihm ein literarisches Denkmal gesetzt.
Ludwig als Hausmachtspolitiker
Ludwig war der Sohn des Herzogs von Oberbayern, Ludwig II. (dem Strengen) und Mathilde von Habsburg. Nach dem Tod seines Vaters 1294 wurde Ludwig bis 1301 zeitweise bei seinen österreichischen Verwandten in Wien erzogen. 1301 wurde er an der Seite seines Bruders Rudolf als Mitregent Herzog von Bayern. Um 1308 heiratet er in Schlesien die Herzogstochter Beatrix, die jedoch schon 1322 verstarb.
Als Ludwig von seinem Bruder 1310 die Teilung des Herzogtums erzwingt (1313 söhnen sich die beiden wieder aus) und überdies seinen habsburgischen Vetter Friedrich den Schönen in der Schlacht bei Gammelsdorf besiegt, ist er bereits ein geachteter deutscher Fürst. 1324 heiratete Ludwig in Köln Margarete von Holland († 1356), Gräfin von Hennegau und Holland und vergrößert damit seine Hausmacht. 1340 erbt Ludwig zudem Niederbayern und setzte im gleichen Jahr seinen Sohn Ludwig in der Mark Brandenburg ein. 1345 erbt Ludwig außerdem durch seine Frau Margarete Holland, Friesland, Seeland und Hennegau. Ludwigs Hausmacht hat damit einen recht beeindruckenden Umfang erreicht.
München wurde zu einer prachtvollen Residenzstadt ausgebaut. Zugleich betrieb Ludwig eine gezielte Städtepolitik und versuchte, die Rechtsprechung in seinem Herrschaftsraum zu vereinheitlichen.
Im Hausvertrag von Pavia regelt 1329 Ludwig die Erbfolge der Wittelsbacher der Gestalt, dass im Falle des Aussterbens der rudolfinischen Linie der Pfalz oder der ludovizianischen Linie in Bayern das Erbe der jeweils anderen Linie zufällt. 1777 kommt dieser Vertrag mit dem Tod des Kurfürsten Maximilian III. Joseph und 1799 nach dem Tod des Kurfürsten Karl Theodor zum Tragen, und die Pfälzer Linie tritt rechtmäßig die Nachfolge in Bayern an.
Ludwig als König und Kaiser
Karl Theodor
Nach dem plötzlichen Tod Kaiser Heinrichs VII. in Italien wird Ludwig 1314 von der Mehrheit der Kurfürsten als erster Wittelsbacher zum römisch-deutschen König gewählt. Am 28. September 1322 besiegt er bei Mühldorf am Inn endgültig den als Gegenkönig auftretenden Friedrich den Schönen, der von einer anderen Gruppe von Kurfürsten (wobei einzelne Kurstimmen sogar umstritten waren) gewählt worden war, und festigt seine Position im Reich.
Ludwig bemühte sich jedoch vergeblich um die Anerkennung durch Papst Johannes XXII., der sich im Thronkonflikt die Verhältnisse offen halten wollte. Dadurch drängte er Ludwig in eine antikuriale Haltung. Ludwig missachtete daraufhin den Anspruch der Kurie, den Rechtsanspruch Ludwigs auf die Krone zu prüfen (es ging also um die ewige Frage der Approbation eines neugewählten römisch-deutschen Königs; Ludwig ging durchaus zu Recht davon aus, dass dieses Gericht keinen neutralen Standpunkt wahren würde). Daraufhin verhängte Johannes am 23. März 1324 den Kirchenbann über den König. Ludwig wurde nur noch verächtlich als "Ludwig der Bayer" bezeichnet. Dies war der Beginn einer Auseinandersetzung, die Ludwig zeitlebens begleiten sollte. Es kam daher zu einer Aussöhnung mit den Habsburgern: Friedrich der Schöne wurde durch den am 5. September 1325 geschlossenen Vertrag Mitregent im Reich - ein höchst origineller Schachzug Ludwigs.
Ludwig plante nun, die Stellung des Papstes in Italien zu schwächen. In Absprache mit verschieden Führern der Ghibellinen (Kaisertreuen) brach er 1327 zu seinem Romzug auf (1327-1330). Er ließ sich am 17. Januar 1328 von Sciarra Colonna, einem Vertreter des römischen Volkes (nicht vom Papst!) zum Römisch-deutschen Kaiser krönen. Ludwig erklärte den Papst für abgesetzt (18. April 1328) und ernannte Nikolaus V. zum Gegenpapst (12. Mai 1328), was freilich die Situation weiter anheizte. Damit wandte sich Ludwig zum einen gegen den Anspruch des Papstes auf Approbation, zum anderen brach Ludwig mit seiner Kaiserkrönung mit der Tradition des Mittelalters, wonach immer nur der Papst die Kaiserkrönung vollzog. Klar war jedoch, dass es von nun an nur noch zum Kampf zwischen Johannes und Ludwig kommen konnte.
Zu Ludwigs Beratern in der anschließenden Debatte wurden Marsilius von Padua und Wilhelm von Ockham, die auf theoretischer Basis die Stellung des Kaisertums als Institution gegenüber dem Papsttum verteidigten. Die Kurfürsten bestätigten zwar 1338, dass ein von ihnen gewählter König nicht vom Papst bestätigt werden müsse (siehe Kurverein von Rhense); doch war zu jener Zeit ohnehin keine Verständigung mehr möglich, zumal der französische König Philipp VI. jegliche Annäherung zwischen Ludwig und dem Papst unterminierte. Ludwig hatte sich immer mehr in eine ausweglose Situation manövriert, auch wenn er ein Büdnis mit Eduiard III. von England einging - im Reich wuchs die Unzufriedenheit über die Situation.
1346 wurde mit Unterstützung der Kurie und des französischen Königshofes Karl IV. zum Gegenkönig gewählt. Die Luxemburger hatten lange taktiert und waren immer noch verbittert über den Ausgang der Wahl von 1314. Der Entscheidungsschlacht zwischen den beiden Königen, bei der Ludwig vielleicht im Vorteil gewesen wäre, kam der Tod Ludwigs in Puch bei Kloster Fürstenfeldbruck zuvor.
Nachkommen
Erste Ehe: Ludwig heiratete 1308 Beatrix von Schlesien-Glogau († 1322).
- Mathilde (1309-1346), verheiratet mit Friedrich II., Markgraf von Meißen
- Ludwig V. (1315-1361), Herzog von Oberbayern und Kurfürst von Brandenburg - verheiratet mit Margarete Maultasch
- Anna (1316-1319), starb in Kastl und wurde im Kloster bestattet. Ihr Leichnam ist als Mumie erhalten.
- Stephan II. (1319-1375), Herzog von Niederbayern-Landshut - verheiratet mit Elisabeth von Sizilien
Zweite Ehe: Anschließend heiratete Ludwig 1324 Margarethe von Holland († 1356).
- Elisabeth (1329 - 1402), Herrin von Verona und später Gräfin von Württemberg
- Ludwig VI. (1330-1365), Herzog von Oberbayern und Kurfürst von Brandenburg
- Wilhelm I. (1330-1388, Herzog von Niederbayern-Straubing und Graf von Holland
- Agnes von Wittelsbach (1335-1352)
- Albrecht I. (1336-1404), Herzog von Niederbayern-Straubing - verheiratet mit Margarete von Brieg
- Otto V. (1346-1379), Kurfürst von Brandenburg - verheiratet mit Katharina von Böhmen (1342-1395)
- Beatrix (1344-1359) - verheiratet mit Erik XII. von Schweden
Erst 400 Jahre nach Ludwig gelangte mit Karl VII. nochmals (kurzzeitig) ein Bayer und Wittelsbacher auf den deutschen Kaiserthron.
Literatur
- Bernd Schneidmüller/Stefan Weinfurter (Hrsg.): Die deutschen Herrscher des Mittelalters. Historische Porträts von Heinrich I. bis Maximilian I., Verlag C.H. Beck, München 2003.
- Heinz Thomas: Deutsche Geschichte des Spätmittelalters, Stuttgart 1983, S. 153-217. Beste moderne Darstellung der politischen Geschichte des deutschen Spätmittelalters.
Weblinks
- [http://www.bautz.de/bbkl/l/ludwig_iv_d_b.shtml Kurzbiographie aus dem BAUTZ, einschließlich reichhaltiger Quellen- und Literaturangaben]
- [http://www.uni-giessen.de/~g81052/ludwig/texte/11-08-I.rtf Alois Schütz: Ludwig IV., in: Neue Deutsche Biographie, hrsg. von der historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, 15. Bd., Berlin 1987, S. 334-347]
- [http://www.genealogie-mittelalter.de/deutschland_koenige_2/ludwig_4_der_bayer_deutscher_koenig_1347_wittelsbacher/ludwig_4_der_bayer_deutscher_koenig_1347.html genealogie-mittelalter.de]
Ludwig IV. (HRR), der Bayer
Ludwig IV. (HRR), der Bayer
Ludwig IV. (HRR), der Bayer
Ludwig IV. (HRR), der Bayer
Ludwig IV. (HRR), der Bayer
Ludwig IV. (HRR), der Bayer
ja:ルートヴィヒ4世 (神聖ローマ皇帝)
Johann von LuxemburgJohann von Luxemburg (Jan Lucemburský) ( - 10. August 1296; † 26. August 1346 in Crécy gefallen), später der Blinde genannt, war König von Böhmen und Erbkönig von Polen.
Leben
Jugend und die ersten Jahre in Böhmen
Johann war der Sohn Kaiser Heinrichs VII.. Er galt als die Verkörperung des Ritterideals, litt aber unter chronischen Geldmangel. Er war ein berühmter Turnierheld seiner Zeit und konnte auch einige Erfolge bei der Vermehrung seiner Hausmacht erzielen.
Als Heinrich VII. 1308 zum deutschen König gewählt wurde, belehnte er Johann zunächst mit der Grafschaft Luxemburg. Kurz darauf nahm eine böhmische Adelspartei, die gegen den damaligen böhmischen König Heinrich von Kärnten opponierte, Kontakt mit Heinrich VII. auf. Heinrich VII. reagierte, indem er am 31. August 1310 den noch sehr jungen Johann mit dem Königreich Böhmen belehnte und ihn kurz darauf in Speyer mit der Prinzessin Elisabeth vermählte, einer Schwester von Wenzel III., mit dem kurz zuvor das alte Herrscherhaus der Přemysliden in männlicher Linie ausgestorben war.
Přemysliden nahe Saarburg]]
Noch im gleichen Jahr, im Oktober brach Johann mit einem Truppenkontingent nach Böhmen auf, während sein Vater Heinrich nach Italien aufbrach, um dort die Kaiserkrone zu erlangen. Johann, der von Heinrich auch zum Reichsvikar ernannt worden war, belagerte die damals reichste Stadt Kuttenberg, deren Eroberung ihm aber nicht gelang. Also wandte er sich dem kleinen Städtchen Kolín zu und wurde erneut von Heinrich von Kärnten geschlagen. Als Johann endlich im Prag einmarschierte, wo er am 7. Februar 1311 gekrönt wurde, hatte er noch nichts erobert. In seinen Wahlkapitularien musste er dem einheimischen Adel zugestehen, dass Ämter nur mit Böhmern und Mährern besetzt werden durften. Darin drückten sich der Machtgewinn des Adels und die Herausbildung eines böhmischen Nationalgefühls aus. Für Johann bedeutete die Annahme der böhmischen Krone auch, dass er Ansprüche auf die Throne von Polen und Ungarn erhob, die die letzten beiden Přemysliden innegehabt hatten.
1313 war für Johann ein Unglücksjahr. Das väterliche Unternehmen Heinrichs VII., der Italienfeldzug, wurde zur Familientragödie: sowohl sein Vater als auch seine Mutter und ein Bruder des Vater kamen während des Italienzugs ums Leben. Drei Jahre nach der Kinderhochzeit von Speyer wäre das Haus Luxemburg beinahe erloschen. Balduin von Luxemburg war nun der Senior des Hauses Luxemburg. Johann war 17 Jahre alt und Vater einer Tochter. Vergebens bemühte er sich nun, als Nachfolger seines Vaters römisch-deutscher König zu werden. Es gelang ihm nicht, die deutschen Kurfürsten auf seine Seite zu ziehen, vor allem auch deshalb, weil die Kurfürsten um die Machtbalance fürchteten und lieber einen schwächeren Kandidaten wählen wollten. Die Wahl fiel 1314 schließlich auf den Wittelsbacher Ludwig und Johann musste sich fügen. Fortan standen die Luxemburger und die Wittelsbacher gemeinsam gegen den Habsburger Friedrich, der von einem Teil der Kurfürsten gewählt worden war. Dabei machte sich der Umstand bemerkbar, dass manche Kurstimmen (wie die von Sachsen) umstritten waren.
Inzwischen sah sich Johann, "König Fremdling" in Böhmen, gezwungen, den böhmischen Hochadel stärker an der Macht zu beteiligen, was schließlich in einem Bürgerkrieg endete. Um diesen zu entschärfen ernannte Johann den Mainzer Erzbischof Peter von Aspelt zum Generalkapitän von Böhmen. 1317 hatte der Hochadel nicht nur mit ständigem Krieg gedroht, sondern auch mit der Wahl eines Habsburgers.
Europäische Politik
In Böhmen konnte Johann seine Macht nie wirklich entfalten, da er kaum im Land war und in mehrere europäische Konflikte eingriff. So versuchte er immer wieder seinen Anspruch auf Polen durchzusetzen, indem er in den Konflikt zwischen dem Deutschen Orden und dem polnischen König Wladyslaw Lokietek auf Seiten des Ordens eingriff und sich an Feldzügen des Ordens gegen Litauen beteiligte. Gewisse Erfolge konnte er in Schlesien verbuchen, wo zwischen 1327 und 1335 mehrere Herzöge Johann die Treue schworen. Im Gegenzug verbündeten sich der polnische und der ungarische König, die sich beide durch den jeweiligen Thronanspruch Johanns bedroht fühlten.
Johann wandte sich auch wieder stärker Frankreich zu, nachdem die traditionell guten Beziehungen zwischen dem Haus Luxemburg und dem französischen Königshaus der Kapetinger in den vorangegangenen Jahren gelitten hatten: Kaiser Heinrich VII. hatte sich gegen die französische Expansionspolitik im westlichen Grenzraum des Imperiums gestemmt; auch während Heinrichs Romfahrt hatte der französische König Philipp IV. gegen den Kaiser agiert. Nun jedoch normalisierten sich die Beziehungen und Johann hielt sich oft mehrere Wochen im Jahr am Pariser Hof auf, wo das Turnierwesen kultiviert wurde. Den auf den Thron gekommenen Philipp VI. unterstützte Johann gar mit Truppen .
1335 schließlich bemühte sich der polnische König Kasimir um eine Beilegung des Konflitks mit Johann. Die Könige trafen sich in Visegrád. Kasimir erkannte die böhmische Oberhoheit über Schlesien an und verzichtete gegen eine Geldzahlung auf die Ansprüche der polnischen Krone. Johann gab seine Ansprüche auf die polnische Krone auf und schränkte die Unterstützung für den Deutschen Orden ein.
Die Italienpolitik Johanns
König Johann und Kaiser Ludwig von Bayern begegneten einander 1330. Durch den Papst war Ludwig längst exkommuniziert, führte aber dennoch einen Italienfeldzug an. Johann hingegen, in kluger Zurückhaltung zwischen Papst und Kaiser, war in den letzten Jahren ein mächtiger Landesherr geworden und agierte realpolitisch geschickt. Er war so etwas wie der Schiedsrichter und Friedensrichter Europas geworden. Johann hielt die Stellung des deutschen Königs, bis dieser glücklos von Italien heimkehrte. Johann schien auf dem Höhepunkt seiner Erfolge zu sein und so fasste er einen neuen Plan: Er wollte selbst nach Oberitalien aufbrechen. Tatsächlich war ein solcher Italienzug im Rahmen einer Hausmachtpolitik recht ungewöhnlich: Johann plante, einen luxemburgischen Herraschaftskomplex in Oberitalien zu errichten.
Johann zog 1330 mit nur einem kleinen Heer von 400 Panzerreitern von Innsbruck nach Trient. Die Gründe für den Zug nach Italien sind in der Forschung umstritten; vielleicht wollte er die Rechte des Reiches schützen und auf das Ersuchen der Gesandten aus Brescia eingehen. Diese baten ihn um die Schutzherrschaft über ihre Stadt: Mastino della Scala, der Herr von Verona, bedrohte sie. Vielleicht handelte Johann aber nur aus Abenteuerlust. Am wahrscheinlichsten dürfte jedoch die Errichtung einer neuen Machtbasis in Oberitalien gewesen sein, wobei er sich auf seinen Vater Heinrich VII. berufen konnte, der auch nach Italien gekommen war, um wieder Ordnung in dem von Kriegen zerrissenen Land herzustellen. Gerade Brescia, die Stadt, die sich einst seinem Vater auf Tod und Niederlage widersetzte, öffnete seine Tore Johann von Luxemburg. Binnen drei Monaten unterstellten sich alle wichtigen Städte der Lombardei seiner Schutzherrschaft. Diese Herrschaft galt es gegen Philipp VI. zu verteidigen.
In den Ostertagen 1331 trat sein 1316 geborener Sohn und Thronfolger Karl an seine Seite. Dieser lernte bald seinen Vater zu widersprechen, aber auch selbstständig zu handeln. Er war es, der als Kronprinz mit 17 Jahren, ohne Rücksprache mit seinem Vater, Krieg gegen Florenz befahl - wenn auch freilich wenig erfolgreich. Johann hingegen erhielt die Signorie über mehrere Städte übertragen und selbst die mächtigen Visconti erkannten seine formelle Oberhoheit an, doch wuchs gleichzeitig das Misstrauen Ludwigs, der seine italienischen Vertrauensleute anwies, nur seinem Reichsvikar Otto von Österreich zu gehorchen.
Die letzten Jahre - zwischen Frankreich und dem Reich
Johann wandte sich den Problemen im Westen zu. 1332 schloss er einen Vertrag mit dem französischen König. Darin verpflichtete sich Johann zum Beistand im Falle eines Krieges (außer wenn der römisch-deutsche König in den Konflikt verwickelt sei). Damit band sich Johann an den französischen Hof, doch erhoffte er sich dadurch wohl eine reibungslosere Hausmachtpolitik, zumal die Franzosen Johann nun auch in Oberitalien mit einem Aufgebot beistanden.
Dort hatten sich mehrere mächtige Städte und der König von Neapel zu einem Bündnis zusammengeschlossen. Johann erlitt mehrere Niederlagen und musste im Oktober 1333, da sein Sohn Karl sich weigerte, die wenigen verbliebenden Stützpunkte weiter zu verteidigen, absetzten. Die Italienpolitik Johanns war damit gescheitert, doch sorgte sein Auftreten südlich der Alpen wenigstens dafür, dass sich Oberitalien nicht weiter vom Reich löste - was durchaus den Plänen des Papstes entsprochen hätte.
1335 verzichtete Johann gegen eine finanzielle Abfindung und jene schlesische Herzogtümer, die inzwischen von Böhmen lehnsabhängig geworden waren, auf die polnische Krone. Zur selben Zeit entluden sich die wachsenden Spannungen zwischen Johann und Ludwig. Der Kaiser erhob Anspruch auf die Alpenländer, die Johann aufgrund der (allerdings nicht vollzogenen) Heirat seines zweiten Sohnes Johann Heinrichs mit Margarethe von Tirol für sich beanspruchte. 1336 brachen die Kampfhandlungen aus, doch kam es noch im selben Jahr zu einer friedlichen Einigung. Johann brach kurz darauf zu einem Kreuzzug gegen die Litauer auf.
Johann von Luxemburg, der große Reiter und Turnierheld, war 1337 auf dem rechten Auge erblindet. Dies war eine Erbkrankheit der Luxemburger. Drei Jahre später verlor er nach einer missglückten Operation durch Guy de Chauliac auch das linke Auge und hieß fortan der Blinde. Während der bald darauf ausgebrochenen Kampfhandlungen zwischen England und Frankreich (siehe Hundertjähriger Krieg) stand Johann auf der Seite Frankreichs, Ludwig jedoch auf der Seite Englands. Johann übte 1339 sogar das Kommando in der Gascogne aus - und dies mit Erfolg. So war er aber nicht beim so genannten Kurverein von Rhense anwesend, auf dem die Kurfürsten ihren Anspruch auf die Wahl des römisch-deutschen Königs betonten und päpstlichen Ansprüchen eine Absage erteilten.
Die Spannungen zwischen den Luxemburgern und Ludwig blieben bestehen, und auch im Reich wuchs die Opposition. Am 13. Juli 1346 wurde Karl, der älteste Sohn Johanns, der immer mehr Eigeninitiative gezeigt hatte und sich damit nicht selten im Widerspruch zum Vater begeben hatte, zum neuen römisch-deutschen König gewählt - er sollte nach dem Tod Ludwigs bald schon unangefochten das Reich regieren und sich zu einem fähigen Kaiser entwickeln.
Johann fiel auf dem Schlachtfeld bei Crécy im Jahr 1346, während sein Sohn Karl sich unter rätselhaften Umständen absetzte. Der Überlieferung nach soll Johann völlig erblindet in die Schlacht geritten sein. Tot am Boden soll Edward, der "Schwarze Prinz", der Prince of Wales, an ihn herangetreten sein und mit den Worten "There lies the Prince of Chivalry, but he does not die" (Hier liegt der Fürst der Ritterlichkeit, aber er stirbt nicht), den Schild Johanns mit den drei weißen Federn und dem Motto "Ich Dien" aufgehoben haben. Der heutigen historischen Auffassung nach, kamen sich beide allerdings nie näher als ein paar hundert Meter. Das Wappen ist jedoch bis heute auch das Wappen der englischen Kronprinzen.
Der Tod des Königs beeindruckte den europäischen Adel: Johann war bis zuletzt seinem Bündniseid treu geblieben und starb als Verkörperung des europäischen Ritterideals. In der modernen Forschung wird zudem seine Politik wesentlich wohlwollender beurteilt als dies in der Vergangenheit der Fall gewesen ist.
Johanns Gebeine wurde 1946 aus der Grabeskirche Kastell an der Saar exhumiert und nach Luxemburg in die Krypta unter der Kathedrale) gebracht. 1980 wurden seine sterblichen Überreste in Prag beigesetzt.
Nachkommen
Johann von Luxemburg heiratete 1310 Elisabeth (1292-1330), Tochter von Wenzel II., König von Böhmen.
- Margarete (1313-1341) - verheiratet mit Heinrich II., Herzog von Niederbayern (1305-1339)
- Karl IV. (1316-1378), Römisch-deutscher Kaiser
- Anna (1319-1338) - 1335 verheiratet mit Otto der Fröhliche, Herzog von Österreich
- Johann Heinrich (1322-1375), Markgraf von Mähren, verheiratet mit Margarethe, Gräfin von Tirol
- Wenzel (1337-1383), Herzog von Luxemburg
- Jutta († 1349) - 1332 verheiratet mit Johann II., König von Frankreich
Literatur
- Jörg K. Hoensch: Die Luxemburger, Stuttgart 2000, S. 51ff. Gutes Überblickswerk, in dem sich auch weitere Literaturangaben finden.
- Michel Pauly (Hg.): Johann der Blinde. Graf von Luxemburg, König von Böhmen. 1296-1346. Tagungsband der 9es Journées lotharingiennes. 22.-26. Oktober 1996. Centre Universitaire de Luxembourg, Luxemburg 1997. Wichtiger Sammelband mit Beiträgen zum Leben Johanns.
Kategorie:König (Böhmen)
Kategorie:König (Polen)
Kategorie:Luxemburger (Geschlecht)
Kategorie:Mann
Kategorie:Geboren 1296
Kategorie:Gestorben 1346
Kategorie:Geboren 1316
2. MärzDer 2. März ist der 61. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 62. in Schaltjahren) - somit bleiben 304 Tage bis zum Jahresende.
Ereignisse
- 1476 - Die Schweizer besiegen bei Grandson den burgundischen Herzog Karl den Kühnen.
- 1689 - Heidelberg wird im Zuge des französisch-pfälzischen Erbfolgekriegs erobert und durch die Franzosen verwüstet.
- 1836 - Das Gebiet von Texas erklärt sich als von Mexiko unabhängig.
- 1882 - Attentat auf die englische Königin Viktoria I. durch Roderick Maclean.
- 1956 - Marokko erklärt seine Unabhängigkeit von Frankreich.
- 1962 - Putschversuch von General Ne Win in Birma (engl.: Burma, heute: Myanmar).
- 1972 - Jamaika. Michael Manley wird neuer Regierungschef.
- 1974 - In Spanien wird das letzte Mal eine Hinrichtung durchgeführt. Getötet werden der Anarchist Puig Antich und der deutsche Flüchtling Georg Michael Welzel.
- 1989 - Zwölf Nationen der Europäischen Gemeinschaft beschließen, bis zum Ende des 20. Jahrhunderts alle Fluorchlorkohlenwasserstoffe zu verbieten.
- 1992 - Armenien, Turkmenien, Usbekistan, San Marino, Republik Moldau, Kasachstan, Kirgisistan, Armenien, Aserbaidschan werden Mitglied bei den Vereinten Nationen.
- 1999 - Argentinien. Gerichtsbeschluss. Thomas Drach, der Reemtsma-Entführer darf nach Deutschland ausgeliefert werden.
- 2000 - Der chilenische Ex-Diktator Augusto Pinochet Ugarte wird aus seinem Hausarrest in London entlassen.
- 2002 - Afghanistan. Die Operation "Anaconda" beginnt.
- 2004 - Bei den schwersten Anschlägen seit dem Sturz der Hussein-Regierung im Irak kommen in Kerbala 270 Menschen ums Leben.
- 2004 - Eröffnung der Botschaft der Niederlande in Berlin durch Beatrix I..
Wirtschaft
Wissenschaft und Technik
- 2004 - Die ESA startet die Rosetta-Mission zur Erkundung des Kometen Tschurjumow-Gerassimenko.
Kultur
- 1808 - Das Lustspiel "Der zerbrochene Krug" von Heinrich von Kleist wird in Weimar uraufgeführt.
- 1815 - Uraufführung der komischen Oper Die Prinzessin von Cacambo von Peter Joseph von Lindpaintner in München.
- 1839 - Die Oper "La Sposa di Messina" von Niccolo Vaccai wird im Teatro La Fenice in Venedig erstmals aufgeführt.
- 1841 - Die satirische Wochenzeitschrift "Punch" erscheint zum ersten Mal in London.
- 1852 - "La Tradita" ein Melodrama in vier Akten von Gualtiero Sanelli, wird im Teatro La Fenice in Venedig uraufgeführt.
- 1889 - Uraufführung der Operette Capitain Fracassa von Rudolf Dellinger am Carl Schultze Theater in Hamburg.
- 1907 - Uraufführung der Operette Ein Walzertraum von Oscar Straus am Carl-Theater in Wien.
- 1923 - Im Ullstein-Verlag in Berlin erscheint die Tiererzählung "Bambi - eine Lebensgeschichte aus dem Walde" von Felix Salten.
- 1928 - Uraufführung der Operette Der Gatte des Fräuleins von Paul Abraham in Budapest
- 1933 - Premiere des Films King Kong New York City.
- 1937 - Uraufführung der Oper Massimilla Doni von Othmar Schoeck an der Staatsoper in Dresden.
Religion
- 999 - Gerbert von Aurillac wird zum Papst gewählt und nimmt den Namen Silvester II. an.
- 1939 - Kardinal Eugenio Pacelli wird zum Papst gewählt und nimmt den Namen Pius XII an.
Katastrophen
- 1933 - Ein Erdbeben der Stärke 8,4 in Sanriku, Japan, forderet 2.990 Todesopfer.
Sport
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1962 - Wilt Chamberlain erzielt in Hershey, Pennsylvania, 100 Punkte in einem NBA-Spiel.
Geboren
NBA
- 959 - En'yū, 64. Kaiser von Japan 969-984
- 1316 - Robert II., König von Schottland 1371-1390
- 1459 - Hadrian VI., (Adriaan Florisz Boeyens), Papst 1522-1523
- 1481 - Franz von Sickingen, deutscher Ritter und Anhänger der Reformation
- 1751 - Thomas Blaikie, schottischer Gartenarchitekt
- 1759 - Friedrich Haeffner, schwedischer Komponist
- 1760 - Camille Desmoulins, Revolutionsführer in der Französischen Revolution
- 1763 - Joseph von Utzschneider, deutscher Techniker
- 1778 - Friederike von Mecklenburg-Strelitz, Tochter des Herzogs Karl II. (Mecklenburg-Strelitz)
- 1793 - Sam Houston, Präsident der Republik Texas
- 1800 - Jewgeni Baratynski, russischer Schriftsteller
- 1801 - Andreas Peter Berggreen, dänischer Komponist
- 1802 - Emil Wolff, deutscher Bildhauer
- 1810 - Leo XIII. (Gioacchino Luigi), Papst
- 1819 - Alois Emanuel Biedermann, reformierter Theologe aus der SchweizAlois Emanuel Biedermann
- 1820 - Eduard Douwes Dekker, alias Multatuli, niederländischer Schriftsteller
- 1824 - Bedřich Smetana, tschechischer Komponist
- 1829 - Carl Schurz, deutscher Revolutionär und US-amerikanischer General und Staatsmann
- 1836 - Greene Vardiman Black, US-amerikanischer Mediziner
- 1840 - Clemens Dücker, erster deutscher Auslandsdiplomat in Brasilien.
- 1849 - Anton Krettner, deutscher Politiker und Komponist
- 1851 - Franz von Liszt, deutscher Straf- und Völkerrechtler, Rechtspolitiker
- 1859 - Sholem Aleichem, jiddischer Schriftsteller
- 1865 - Else Richter, österreichische Romanistin
- 1868 - Edmund Schulthess, schweizerischer Politiker
- 1874 - Carl Schlechter, österreichischer Schachspieler
- 1876 - Pius XII. (Eugenio Pacelli), Papst
- 1878 - Wander Johannes de Haas, niederländischer Physiker und Mathematiker
- 1880 - Alfred James Lotka, österreichisch-US-amerikanischer Mathematiker, Chemiker, Ökologe und Demograph
- 1880 - Ivar Kreuger, schwedischer Industrieller (Gründer der Svenska Tändsticks AB (STAB))
- 1892 - Heinrich Zerkaulen, deutscher Schriftsteller
- 1896 - Clair Bee, US-amerikanischer Basketballtrainer
- 1900 - Bruno Heusinger, zweiter Präsident des Bundesgerichtshofs
- 1900 - Kurt Weill, deutscher Komponist
- 1908 - Walter Bruch, deutscher Ingenieur und Fernsehpionier
- 1910 - Franz Ott, deutscher Vertriebenenpolitiker
- 1914 - Kurt Kretschmann, deutscher Naturschützer
- 1914 - Martin Ritt, US-amerikanischer Regisseur
- 1916 - Bernard Stevens, englischer Komponist
- 1919 - Jennifer Jones, US-amerikanische Schauspielerin
- 1921 - Kazimierz Górski, polnischer Fußballtrainer
- 1923 - Doc Watson, US-amerikanischer Musiker
- 1923 - George Basil Hume, britischer Theologe und Erzbischof
- 1924 - Günter Waldorf, österreichischer Maler
- 1924 - Lys Assia, schweizerische Sängerin und Schauspielerin
- 1926 - Bernard Agré, Erzbischof von Abidjan und Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- 1927 - Roger Walkowiak, französischer Radrennfahrer
- 1930 - Sergei Adamowitsch Kowaljow, russischer Dissident und Politiker
- 1930 - Dieter-Julius Cronenberg, deutscher Politiker
- 1931 - Michail Gorbatschow, sowjetischer Politiker
- 1931 - Tom Wolfe, US-amerikanischer Schriftsteller
- 1937 - Abd Bouteflika Al-Asis, algerischer Politiker und Staatspräsident
- 1938 - Ricardo Lagos, chilenischer Politiker und Staatspräsident
- 1938 - Willie Chambers, US-amerikanischer Musiker
- 1938 - Slawa Saizew, russischer Modemacher
- 1939 - Paul Dino, US-amerikanischer Sänger
- 1940 - Juraj Beneš, slowakischer Pianist und Komponist
- 1940 - Lothar de Maizière, deutscher Politiker, letzter Ministerpräsident der DDR
- 1941 - Keith Potger, australischer Musiker
- 1942 - John Irving, US-amerikanischer Schriftsteller
- 1942 - Lou Reed, US-amerikanischer Musiker
- 1942 - Tony Meehan, britischer Musiker
- 1943 - Gabriele Gast, deutsche Spionin der DDR
- 1943 - Peter Straub, englischer Schriftsteller
- 1944 - Uschi Glas, deutsche Schauspielerin
- 1947 - Hans-Hermann Wendhausen, deutscher Politiker
- 1947 - Wolfgang Wodarg, deutscher Politiker und MdB
- 1948 - Achim Vandreike, deutscher Lokalpolitiker (Frankfurt am Main)
- 1948 - R. T. Crowley, Pionier des elektronischen Datenaustausches (EDI)
- 1948 - Rory Gallagher, irischer Gitarrist
- 1949 - Eddie Money, US-amerikanischer Sänger
- 1950 - Karen Carpenter, US-amerikanische Sängerin
- 1955 - Jay Osmond, US-amerikanischer Musiker
- 1956 - Mark Evans, US-amerikanischer Musiker (AC/DC)
- 1959 - Larry Stewart, US-amerikanischer Contry-Sänger
- 1960 - Frank Rohde, deutscher Fußballspieler und -trainer
- 1962 - Jon Bon Jovi, US-amerikanischer Musiker und Schauspieler
- 1966 - Frank Steffel, deutscher Landespolitiker (Berlin)
- 1968 - Chris Hülsbeck, deutscher Musiker (v.a. Heimcomputerbereich)
- 1970 - Ciriaco Sforza, schweizerischer Fußballspieler
- 1973 - Dejan Bodiroga, serbischer Basketballspieler
- 1982 - Kevin Kurányi, deutscher Fußballspieler
- 1982 - Kathy Radzuweit, deutsche Volleyballerin
Gestorben
- 1333 - Wladyslaw IV., Herzog von Krakau und König von Polen
- 1617 - Robert Abbot, englischer Geistlicher
- 1758 - Johann Baptist Zimmermann, deutscher Maler und Stuckateur des Barock
- 1762 - Johann Peter Ernst Rohrer, Baumeister
- 1788 - Salomon Gessner, Idyllendichter, Maler und Grafiker
- 1791 - John Wesley, englischer Erweckungsprediger
- 1797 - Horace Walpole, britischer Schriftsteller, Politiker und Künstler
- 1822 - Hermann Uber, deutscher Komponist und Kreuzkantor
- 1829 - Karl Gottfried Hagen, deutscher Universalgelehrter
- 1830 - Thomas Soemmering, war Arzt
- 1835 - Franz II. Joseph Karl, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation
- 1838 - Ludwig Abeille, deutscher Pianist und Komponist
- 1840 - Heinrich Wilhelm Olbers, deutscher Arzt und Astronom
- 1852 - Auguste Frédéric Louis Viesse de Marmont, französischer Feldherr
- 1855 - Nikolaus I., russischer Zar
- 1868 - Franz Carl Adelbert Eberwein, Musikdirektor und Dirigent
- 1882 - Louis Kufferath, deutscher Komponist
- 1895 - Berthe Morisot, französische Malerin des Impressionismus
- 1899 - Marie Louise Dustmann-Meyer, deutsche Opernsängerin
- 1900 - António de Serpa Pimentel, portugiesischer Politiker
- 1909 - August Overweg, war ein deutscher Politiker und Sohn von Carl Overweg
- 1930 - D. H. Lawrence, englischer Schriftsteller
- 1930 - Richard Wilhelm, deutscher Sinologen
- 1937 - Peter Bruckmann, Fabrikant
- 1939 - Howard Carter, englischer Archäologe und Ägyptologe
- 1942 - Charlie Christian, Jazz-Gitarrist
- 1948 - Adam Scharrer, deutscher Schriftsteller
- 1952 - Bernhard Lohmüller, deutscher Politiker
- 1953 - Jim Lightbody, US-amerikanischer Leichtathlet und Olympiasieger
- 1962 - Alexander Lion, Arzt, Pfadfinder
- 1967 - Hans Ledwinka, österreichischer Autokonstrukteur
- 1969 - Walter Müller, österreichischer Schauspieler
- 1972 - Clifford Coffin, US-amerikanischer Fotograf
- 1972 - Erna Sack, deutsche Sopranistin
- 1972 - Thomas Weisbecker, Mitglied der 'Bewegung 2. Juni'
- 1974 - Georg Michael Welzel,
- 1974 - Salvador Puig Antich, spanischer Anarchist
- 1979 - Mustafa Barsani, irakischer Kurdenführer
- 1981 - Fridolin Stier, deutscher Publizist
- 1982 - Philip K. Dick, Science-Fiction-Autor
- 1987 - Randolph Scott, US-amerikanischer Filmschauspieler
- 1991 - Serge Gainsbourg, französischer Chanson-Dichter, -Komponist und -Sänger
- 1999 - Dusty Springfield, britische Soulsängerin
- 2000 - Franz Stadler, deutscher Funktionär, langjähriger Präsident des ADAC
- 2003 - Hank Ballard, US-amerikanischer Sänger
- 2003 - Malcolm Williamson, australischer Komponist
- 2004 - Mercedes McCambridge, US-amerikanische Schauspielerin
- 2005 - Hermann Dörnemann, war der zweitälteste lebende Mann der Welt
Feier- und Gedenktage
Siehe auch
- 1. März - 3. März
- 2. Februar - 2. April
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag
0302
ja:3月2日
ko:3월 2일
simple:March 2
th:2 มีนาคม
1390
Politik und Weltgeschehen
- Philadelphia im Mäandertal, letzte byzantinische Stadt in Kleinasien (sieht man vom Kaiserreich Trapezunt am Schwarzen Meer ab), eine isolierte griechische Enklave, wird von den Osmanen erobert. Byzanz muss den osmanischen Türken zur Eroberung Hilfstruppen zur Verfügung stellen.
- ~1390 - Jan van Eyck, flämischer Maler († 1441)
- 16. Februar - Ruprecht I. (Pfalz), war Kurfürst von der Pfalz (1356-1390) ( - 1309)
- 19. April - Robert II. (Schottland), schottischer König ( - 1316)
- 8. Juli - Albert von Sachsen, deutscher Mathematiker, Logiker ( - um 1316)
- 9. Oktober - Johann I. (Kastilien), König von Kastilien, war der Sohn von Heinrich II. und seiner Frau Johanna, Tochter von Johann Manuel von Villena, dem Oberhaupt eies jüngeren Zweigs des Hauses von Kastilien ( - 1358)
ko:1390년
Karl IV. (HRR)
Karl IV. ( - 14. Mai 1316 in Prag; † 29. November 1378 ebenda) war römisch-deutscher König (ab 1346), König von Böhmen (ab 1347) und römisch-deutscher Kaiser (ab 1355). Er stammte aus dem Geschlecht der Luxemburger und gilt allgemein als der bedeutendste Kaiser des Spätmittelalters sowie als einer der bedeutendsten europäischen Herrscher jener Zeit.
Chronologie der Titel:
- 1. Wahl zum römischen König (Gegenkönig) in Rhens am 11. Juli 1346, Krönung am 26. November 1346 in Bonn
- ab 2. September 1347 König von Böhmen als Karl I.
- 2. Wahl zum römischen König am 17. Juni 1349, Krönung am 25. Juli 1349
- ab 6. Januar 1355 König von Italien
- ab 5. April 1355 römisch-deutscher Kaiser als Karl IV.
- ab 4. Juni 1365 König von Burgund
Leben
Jugend und der Weg zum Königtum
Burgund
Karl IV., getauft auf den Namen Wenzel, war der Sohn von Johann von Luxemburg (auch bekannt als Johann der Blinde), des Königs von Böhmen (1311-1346), und seiner dem Přemyslidengeschlecht entstammenden Gattin Elisabeth, der zweitältesten Tochter des Königs Wenzel II. Přemysl.
Die Luxemburger unterhielten seit langer Zeit gute Kontakte zum französischen Hof, so dass es der französische König Karl IV. war, der ihm seinen Taufnamen gab. In Paris erhielt Karl denn auch eine umfassende und für die damalige Zeit keineswegs selbstverständliche Erziehung (ca. 1323-30). 1331 begab er sich nach Italien, wo sein Vater Johann weitreichende Pläne verfolgte. Hier nahm Karl auch zum ersten Mal selbständige Amtshandlungen vor, auch wenn das Vorhaben seines Vater, in Oberitalien einen luxemburgischen Herrschaftskomplex zu errichten, 1333 vor allem aufgrund der Opposition einiger mächtiger italienischer Stadtstaaten und des Königreichs Neapel scheiterte. Das Verhältnis zwischen Vater und Sohn muss als ambivalent bezeichnet werden. Es war keineswegs frei von Spannungen, was teilweise wohl auch auf die Auseinandersetzung zwischen Karls Eltern zurückzuführen ist, aber auch auf die unterschiedlichen Charaktere. Johann galt als ein ritterlicher und verwegener Charakter, wobei Karl eher als nachdenklicher und dem Turnier (außer in seiner Jugend) abgeneigter Mensch wirkte.
Karl verfasste auch eine Autobiographie, die jedoch nicht sein gesamtes Leben abdeckt, sonder nur seine Kindheits- und Jugendjahre abdeckt; aus dieser Autobiographie erfahren wir jedenfalls, dass er fünf Sprachen beherrscht habe (Latein, Deutsch, Tschechisch, Französisch und Italienisch). 1333 kehrte Karl nach Böhmen zurück und wurde 1334 mit der Markgrafschaft Mähren belehnt. Im Konflikt mit den einflussreichen Baronen und seinem Vater konnte er sich weitgehend behaupten. 1335 war er am Vertragsabschluss zwischen dem Königreich Böhmen mit Polen und Ungarn beteiligt (es war dabei um die Thronansprüche der böhmischen Krone auf die beiden Reiche gegangen) und unterstützte seinen Vater auch auf dem Kreuzzug gegen Litauen (1336/37). Am 8. Juni 1341 übertrug Johann, aufgrund seiner Erblindung, Karl die Administration über das Königreich; bald darauf zog sich Johann faktisch völlig aus der Regierung zurück.
Im selben Zeitraum spitzte sich der Konflikt zwischen Ludwig dem Bayern und seinen Gegnern im Reich immer mehr zu. Papst Klemens VI., ein Jugendfreund Karls, förderte die Opposition, und so wurde Karl, unterstützt von seinem Onkel Balduin von Trier, einem der bedeutendsten Reichspolitiker des 14. Jahrhunderts, schließlich als Gegenkönig zu Ludwig aufgestellt und am 26. November 1346 in Bonn zum König gekrönt. Nach Erhalt der Approbation, um die Karl nicht gebeten hatte, ließ er sich am 17. Juni 1349 noch einmal in Frankfurt am Main wählen.
Bereits im August 1346 war Karls Vater Johann in der Schlacht von Crécy gefallen, an der auch Karl teilgenommen hatte; Karl hatte sich jedoch frühzeitig und unter nicht geklärten Umständen zurückgezogen. Am 2. September 1347 folgte er seinem Vater als König von Böhmen nach. Ludwig der Bayer starb bald darauf, so dass ein offener Konflikt verhindert wurde. Nun jedoch wurde Günther von Schwarzburg zum Gegenkönig Karls erhoben (1349).
Die Reichspolitik Karls bis zu seinem Tod
Karls erste Regierungsjahre: Sicherung der Herrschaft, Pest und Judenpogrome
1349]
Karl konnte sich gegen Günther von Schwarzburg rasch durchsetzen. Noch im Mai 1349 verzichtete der schwache Gegenkönig in einem Vertrag auf seinen Titel und starb bald darauf. Nachdem Karl seine Gegner durch ein Heiratsbündnis mit dem Pfalzgrafen am Rhein und dem falschen Woldemar (einem angeblich überlebenden Mitglied der Herrscherfamilie der Askanier, der die Wittelsbacher in der Mark Brandenburg unter Druck setzte) empfindlich geschwächt hatte, kam es zu einer Verständigung: mit den Habsburgern 1348 und mit den Wittelsbachern 1350. Nun konnte Karl darangehen, seine Herrschaft zu festigen.
Gleichzeitig erreichte die Pestwelle ihren Höhepunkt. Während der Pestpogrome in Deutschland 1349 machte sich Karl mindestens der Mitwisserschaft schuldig: Um seine Schulden zu tilgen, verpfändete Karl das königliche Judenregal, u.a. an Frankfurt am Main. Es wurde gar geregelt, was mit dem Besitz von Juden zu geschehen habe, falls "die Juden daselbst nächstens erschlagen" würden (Frankfurter Urkunden vom 23., 25., 27. und 28. Juni 1349, bezogen auf Nürnberg, Rothenburg ob der Tauber und Frankfurt am Main). Obwohl er in seinem Herrschaftsbereich die Juden effektiv schützen konnte, wirft dieses Ereignis viele Fragen bezüglich Karls Charakter auf. Besonders, da Karl sonst immer bestrebt war, das Bild eines gerechten christlichen Herrschers zu vermitteln. Dabei verstieß nämlich die Duldung der Morde auch gegen das damalige Rechtsverständnis, da die Juden unter dem direkten Schutz des König standen und dafür auch Zahlungen leisteten. Es zeigte sich, dass Karl oft mehr nach Zweckmäßigkeiten handelte, wobei er sich mit seinem Verhalten die Loyalität vieler Städte sicherte, die in die Judenpogrome verwickelt waren.
Die Italien- und Frankreichpolitik Karls
1354-55 zog Karl, dessen Kommen Cola di Rienzo, der einige Zeit in Prag geweilt hatte, immer wieder ermahnt hatte, mit nur einem kleinen Heer nach Italien. Er ließ sich mit der eisernen Krone der Lombardei krönen und wurde in Rom am 5. April 1355 von einem von Papst Innozenz VI. beauftragten Kardinal zum Kaiser gekrönt. Bereits wenig später verließ er Italien wieder, ohne sich um die Ordnung der dortigen Verhältnisse bemüht zu haben, wenn er auch durch die Zahlungen zahlreicher Kommunen finanziellen Gewinn aus dem Romzug ziehen konnte und die Kaiserkrönung wenigstens ohne Blutvergießen erreicht hatte. Dennoch trug sein Verhalten gegenüber dem Papsttum dazu bei, dass er von Wilhelm von Ockham als „Pfaffenkönig“ (rex clericorum) bezeichnet wurde, was so sicherlich falsch ist, aber doch bezeichnend für Karls kuriale Politik war, die sehr auf Einvernehmen mit dem Papst setzte.
Karls erster Italienzug hatte ebenso wie der zweite Italienzug 1368-69 (bei dem er mit Papst Urban V. kooperierte, von dem er sich eine Rückkehr des Papsttums von Avignon nach Rom erhoffte) wenig Bedeutung. Seine Italienpolitik war im Großen und Ganzen ineffektiv. Denn Karl gab sich mit der Kaiserkrone zufrieden, er kassierte Gelder der Kommunen ein und vergab dafür Privilegien, mischte sich sonst jedoch nicht weiter in die italienischen Angelegenheiten ein; dafür wurde sein Verhalten als das eines Kaufmanns bezeichnet (siehe Matteo Villani und Petrarca). Karl gab damit die universale Politik seines Großvaters Heinrich VII. zu Gunsten einer auf die Hausmacht gestützten Reichspolitik auf. Allerdings erreichte er die Anerkennung seiner Stellung als Kaiser durch Florenz und Mailand und gab in Italien auch keine Reichsrechte auf.
Im Westen tat Karl kaum etwas, um der dortigen Expansionspolitik des Königreichs Frankreich, mit dessen Königshof er gute Beziehungen pflegte, entgegen zu wirken. Im Gegenteil: Trotz seiner Krönung in Arles 1365 entließ er Avignon aus der Lehnsherrschaft des Imperiums und gab 1378 das Reichsvikariat im Königreich Burgund (Arelat) preis, wohl um so ungestört von äußeren Einmischungen seine Reichspolitik betreiben zu können. Dennoch wurde so dem Vordringen Frankreichs Vorschub geleistet, auch wenn er 1361 Genf und Savoyen aus dem Königreich Burgund löste und direkt ins deutsche Königreich integrierte.
Die Goldene Bulle und Politik in Deutschland
Savoyen
1354 war Karls Onkel Balduin von Trier verstorben, der sich als die wichtigste Stütze des Königs im Westen erwiesen hatte. Der wohl wichtigste Schritt in seiner Regierung, die Verabschiedung der Goldenen Bulle 1356, war denn erst nach schwierigen Verhandlungen möglich. Die Bulle regelte unter anderem das Wahlverfahren des römisch-deutschen Königs und setzte die Anzahl und Namen der Kurfürsten fest. So wurde sie zum "Grundgesetz" des Reichs bis zu seinem Untergang 1806. Es ist in der Forschung allerdings strittig, ob Karl damit einen Erfolg verbuchen konnte, oder ob es nicht eher ein Erfolg der Kurfürsten war, die damit Karls Bestrebungen zu einem hegemonialen Königtum einen Riegel vorschieben konnten. Karls ältester Sohn Wenzel, der bereits seit 1363 König von Böhmen war, wurde noch zu Lebzeiten Karls am 10. Juni 1376 zum römisch-deutschen König gewählt. Die Goldene Bulle sah dies zwar nicht vor, verbot es aber auch nicht, so dass Karl durch eine recht geschickte Politik die Wahl seines Sohnes durchsetzten konnte, wobei er sich die Stimmen der anderen Kurfürsten jedoch mit einer extrem hohen Geldsumme erkaufen musste.
Im Norden wurde Karl auf die Hanse aufmerksam und besuchte als erster römisch-deutscher König seit Friedrich I. 1375 die Stadt Lübeck. Eine wichtige Rolle in Karls Politik spielte auch die Stadt Nürnberg, mit der der Kaiser eng zusammenarbeitete (siehe auch die Förderung der Hohenzollern). Dabei verfolgte Karl auch das Ziel, eine in dieser Region gelegene „Reichslandschaft“ zu errichte (so genanntes Neuböhmen). Im Osten verfolgte Karl im Hinblick auf Polen und Ungarn hausmachtpolitische Ziele (siehe unten).
Karl starb zudem im gleichen Jahr, in dem sich auch das abendländische Schisma ereignete (1378). Der Kaiser, der persönlich fromm war und immer versucht hatte, im Einklang mit dem Papst zu regieren, konnte nichts mehr unternehmen, um diese Kirchenspaltung zu verhindern, entschied sich aber für den römischen Papst.
Karl als König von Böhmen
Als 1344 das Prager Bistum zum Erzbistum erhoben wurde, leitete Karl den Baubeginn des gotischen St. Veitsdoms (katedrála sv. Víta, Václava und Vojtěcha) ein. Die große Bautätigkeit in seiner Hauptstadt machte Prag zur Goldenen Stadt. Davon zeugt vor allem die Karlsbrücke über die Moldau. 1348 gründete Karl die erste mitteleuropäische Universität, die Karls-Universität (Karlova univerzita). Prag wurde von ihm zu einem der wichtigsten geistigen und kulturellen Zentren seiner Zeit ausgebaut und zur de facto Haupt- und Residenzstadt des Heiligen Römischen Reiches (Praga Caput Regni: Prag Hauptstadt des Reiches lautet eine Inschrift am Altstädter Rathaus); weiterhin von Bedeutung waren jedoch Frankfurt am Main und Nürnberg. Seine Kanzlei war vorbildlich für die spätere Weiterentwicklung der deutschen Sprache und stellte einen wichtigen Schritt zur Verbesserung der nur rudimentären kaiserlichen Verwaltung dar.
Allerdings scheiterte Karl mit seinem Landfrieden (Maiestas Carolina)
1355 am Widerstand des einheimischen Adels. In seine Regierungszeit fällt auch die endgültige Eingliederung Schlesiens in den böhmischen Herrschaftsverband mit dem Vertrag von Namslau 1348, für die sein Vater die Voraussetzungen geschaffen hatte. Im Gegenzug erhielt der polnische König Kasimir der Große Masowien als persönliches Lehen. Karls Heirat mit Elisabeth, einer Enkelin Kasimirs, 1363 sollte den alten böhmisch-polnischen Konflikt vorerst beilegen.
Weiterführende Informationen zu diesem Thema: Geschichte Prags
Hausmachtpolitik Karls
Geschichte Prags
Karl war ohne Zweifel der erfolgreichste Hausmachtpolitiker des Spätmittelalters. Es wurde auch die böhmische Oberhoheit über Schlesien (endgültig 1368) und die Niederlausitz (Kauf 1367) gesichert. 1373 erhielt er die volle Verfügungsgewalt über die Mark Brandenburg und damit eine zweite Kurwürde für sein Haus. Die Hochzeit seines Sohnes Sigismund mit der Erbin König Ludwigs I. von Ungarn (Verlobung 1372) sicherte den Luxemburgern auch dieses Königreich. Der erhoffte Erwerb Polens gelang jedoch nicht. Um seine Hausmacht zu stärken, scheute sich Karl nicht, Reichsgüter zu verpfänden oder gar Reichsrechte aufzugeben, wie im Westen Burgund (siehe oben).
Karls Verpfändungspolitik war teils durch seinen chronischen Geldmangel begründet (er hatte allein zur Sicherstellung seiner Wahl zum römisch-deutschen König eine enorme Summe aufbringen müssen), teils auch durch seine dynastische Politik. Von nun an war und sollte jeder nachfolgende König auf seine Hausmacht angewiesen, und die des Hauses Luxemburg war nun fast unangreifbar geworden. Doch sollte sich dies für seinen Sohn Sigismund als schwere Hypothek erweisen, da er im Reich selber über keine nennenswerte Hausmacht und keine größeren Reichsgüter verfügte. Karl verfügte zudem, dass seine Söhne und Verwandten nach seinem Tode aus dem Hausmachtskomplex versorgt werden sollten, womit die von Karl geschaffene Machtstellung letztendlich wieder verloren ging.
Nachkommen
Erste Ehe: Karl IV. heiratete 1329 Blanca Margarete von Valois.
- Margarete (1335-1349) - 1338 verheiratet mit Ludwig I., König von Ungarn und Polen
- Katharina (1342-1395)
- - 1353 verheiratet mit Rudolf IV., Erzherzog von Österreich
- - 1366 verheiratet mit Otto V., Kurfürst von Brandenburg
Zweite Ehe: Karl IV. heiratete 1349 Anna von der Pfalz.
- Wenzel (1350-1351)
Dritte Ehe: Karl IV. heiratete 1353 Anna von Schweidnitz.
- Elisabeth (1358-1373) - 1366 verheiratet mit Albrecht III., Herzog von Österreich
- Wenzel IV. (1361-1419), König von Böhmen
- - 1370 verheiratet mit Johanna von Bayern
- - 1389 verheiratet mit Sophie von Bayern
Vierte Ehe: Karl IV. heiratete 1365 Elisabeth von Pommern.
- Anne (1366-1394) - verheiratet mit Richard II., König von England.
- Sigismund (1368-1437), römisch-deutscher Kaiser
- - 1385 verheiratet mit Maria (Ungarn)
- - 1408 verheiratet mit Barbara von Cilli
- Johann (Görlitz) (1370 - 1396), Herzog von Görlitz, Markgraf von Brandenburg - 1388 verheiratet mit Richardis von Mecklenburg-Schwerin
- Karl (1372-1373)
- Margarete (1373-1410) - 1387 verheiratet mit Johann III., Burggraf von Nürnberg
- Heinrich (1377-1378)
Forschungsmeinung
Karl IV. wird oft als der größte römisch-deutsche Kaiser des Spätmittelalters betrachtet. Unstrittig ist, dass Karl hoch intelligent und ein hervorragender Diplomat war sowie ein Patron der Künste und der Wissenschaft. Allerdings werfen gerade die Judenmorde (die teils in der Literatur nur beiläufig genannt werden) einen Schatten auf seinen Charakter, der auch nicht den ritterlichen Persönlichkeitsbildern seines Vaters Johann und seines Großvaters Heinrich VII. zu ähneln scheint. Karl war Diplomat - als solcher agierte er allerdings skrupellos und wirkte dabei teilweise verschlagen.
Negativ angerechnet wurde ihm teils unter anderem die Verpfändungspolitik, wodurch sich das Kaisertum zu einem reinen Hausmachtskönigtum entwickelte. In Italien war er zudem nicht bereit, die politische Lage vor Ort zu regeln. Sein Italienzug, bei dem er sich nach der Kaiserkrönung sofort wieder nach Norden aufmachte, wurde von Zeitgenossen sehr kritisch gesehen (Petrarca und Matteo Villani).
In der modernen Forschung wird er jedoch dafür gelobt, dass er sich nicht in die italienischen Verhältnisse verwickeln ließ wie noch sein Großvater Heinrich VII. Seine Regierungszeit wird als der letzte Höhepunkt des alten Reichs im Mittelalter empfunden, wenn auch das Kaisertum Karls kaum noch Ähnlichkeiten mit dem universalen Kaisertum vergangener Zeiten hatte. Zudem gelang es nicht, die erschaffene Machtstellung auch zu bewahren.
Vertreter der positiven Sicht Karls sind (neben anderen) F. Seibt, P. Moraw und teilweise J. Hoensch. Teils sehr kritisch, dabei auch höchst differenziert betrachtet ihn H. Thomas.
Standbilder und Denkmäler
- 1851, Kolossalstatue für Prag, ausgeführt von Jacob Daniel Burgschmiet
Literatur
- Jörg K. Hoensch: Die Luxemburger. Eine spätmittelalterliche Dynastie von gesamteuropäischer Bedeutung 1308-1437, Stuttgart 2000, S. 105-192.
- Martin Kintzinger: Karl IV., in: Bernd Schneidmüller/Stefan Weinfurter (Hrsg.): Die deutschen Herrscher des Mittelalters, Historische Porträts von Heinrich I. bis Maximilian I., München 2003, S. 408-32 und S. 593-94 (Bibliographie). Gute und informative Kurzbiographie. Dort auch weitere Angaben zur modernen Forschungsliteratur.
- Hans Patze (Hrsg.): Kaiser Karl IV. 1316-1378. Forschungen über Kaiser und Reich, Göttingen 1978. Wichtige Aufsatzsammlung.
- Ferdinand Seibt: Karl IV. Ein Kaiser in Europa, Frankfurt am Main 2003 (Nachdruck der Ausgabe von 1978). Teils etwas zu romantisierend.
- Ders. (Hrsg.): Kaiser Karl IV. Staatsmann und Mäzen, Katalog der Ausstellung in Nürnberg und Köln 1978/79, München 1978. Katalog zur Ausstellung mit Aufsätzen von namhaften Historikern.
- Heinz Thomas: Deutsche Geschichte des Spätmittelalters, Stuttgart 1983, besonders S. 212ff. Beste Gesamtdarstellung des deutschen Spätmittelalters.
Weblinks
- [http://www.mittelalter-genealogie.de/mittelalter/koenige/boehmen/karl_4_von_luxemburg_deutscher_koenig_+_1378.html Materialsammlung mit Bibliographie]
- [http://resikom.adw-goettingen.gwdg.de/artikel.php?ArtikelID=94 Eintrag in der "Residenzen-Kommission"]
- [http://www.bautz.de/bbkl/k/Karl_IV_k.shtml Karl IV. im BBKL (Bautz)]
- [http://mdz.bib-bvb.de/digbib/urkunden1/rimages/ri08/ri08_hub1877/@Generic__BookView;cs=default;ts=default;lang=de Regesta Imperii]
Karl IV.
Karl I.
Kategorie:Luxemburger (Geschlecht)
Karl IV.
Karl IV.
Karl IV.
ja:カール4世 (神聖ローマ皇帝)
13. NovemberDer 13. November ist der 317. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 318. in Schaltjahren) - somit bleiben 48 Tage bis zum Jahresende.
Ereignisse
Schaltjahren
- 1002 - Der englische König Aethelred II. gibt den Befehl alle Dänen im Reich zu töten, um einen angeblichen Volksaufstand zu verhindern.
- 1244 - Durch ein von Erzbischof Siegfried III. von Eppstein verliehenes Stadtprivileg wird Mainz zur Freien Stadt.
- 1805 - Einnahme Wiens: Napoléons Truppen können im Rahmen der Koalitionskriege kampflos in die Stadt einrücken.
- 1945 - Charles de Gaulle wird von der französischen Nationalversammlung zum Ministerpräsidenten gewählt.
- 1945 - Mit dem Bayrischen Tag in Bamberg erscheint letztmals im besetzten Deutschland eine US-amerikanische Armeegruppenzeitung.
- 1945 - Panama und Äthiopien werden Mitglieder bei den Vereinten Nationen
- 1946 - Bolivien wird Mitglied in der UNESCO.
- 1956 - Der Oberste Gerichtshof der USA erklärt Gesetze, mit denen eine Rassentrennung in öffentlichen Nahverkehrsmitteln angeordnet wurde, für verfassungswidrig.
- 1974 - Jassir Arafat, damals Chef der palästinenschen Widerstandsorganisation PLO, fordert bei der UNO Freiheit für sein Land und spricht sich gegen den Zionismus aus.
- 1981 - Der Schauspieler Karlheinz Böhm gründet die Hilfsorganisation Menschen für Menschen.
- 1989 - Fürst Hans-Adam II. von und zu Liechtenstein wird Staatsoberhaupt von Liechtenstein.
- 1989 - Die Volkskammer wählt – erstmals in geheimer Abstimmung – Günther Maleuda zu ihrem Präsidenten und Hans Modrow zum Ministerpräsidenten der DDR. Bei Erich Mielkes Rechtfertigungsrede fallen die berühmt gewordenen Worte „Ich liebe ... ich liebe doch alle ... alle Menschen“.
- 1994 - Die Schweden entscheiden sich in einem landesweiten Referendum mit 52% für den Beitritt zur EU.
- 1998 - Der Bundestag beschließt den Bundeswehreinsatz zur Nato-Luftüberwachung im Kosovo-Krieg.
- 1998 - PKK-Chef Abdullah Öcalan wird in Rom festgenommen.
- 2000 - Finnland wird Mitglied der WEAG (Western European Armament Group)
- 2004 - US-Außenminister Colin Powell, Landwirtschaftsministerin Ann Veneman, Energieminister Spencer Abraham und Bildungsminister Rod Paige reichen ihre Rücktrittschreiben ein und machen somit den Weg frei für eine erste Regierungsumbildung nach dem Wahlsieg von George W. Bush.
Wirtschaft
Wissenschaft, Technik
- 1907 - Paul Cornu startet den ersten Hubschrauber.
- 1971 - Die US-amerikanische Raumsonde Mariner 9 erreicht den Planeten Mars und schwenkt als erste irdische Sonde überhaupt in die Umlaufbahn eines anderen Planeten ein.
- 1989 - Das Europäische Kernforschungslabor CERN bei Genf eröffnet den mit einem Umfang von 27 Kilometern größten Teilchenbeschleuniger der Welt.
- 1990 - Einen Tag nach Tim Berners-Lees und Robert Cailliaus Konzept für ein weltweites Hypertext-Projekt wird die erste Webseite veröffentlicht.
Kultur
- 1843 - Uraufführung der Oper Dom Sébastien de Portugal von Gaetano Donizetti an der Grand Opéra Paris.
- 1894 - Uraufführung der Oper Ingwelde von Max von Schillings am Hoftheater in Karlsruhe.
- 1925 - Eröffnung der ersten Surrealismus-Ausstellung in Paris mit Werken von Pablo Picasso, Man Ray, Hans Arp, Paul Klee, Max Ernst, Giorgio de Chirico, André Masson, Joan Miró und Pierre Roy.
- 1928 - Der Regisseur Max Reinhardt gründet in Schönbrunn eine Schauspielschule, das Max-Reinhardt-Seminar.
- 1931 - Uraufführung der Oper Friedemann Bach von Paul Graener in Schwerin.
- 1943 - Der 25-jährige Leonard Bernstein leitet als Ersatz für den erkrankten Maestro ein Konzert der New Yorker Philharmoniker und beginnt damit seine Weltkarriere.
- 1973 - Das Musical Gigi von Frederick Loewe und Alan Jay Lerner wird im Uris Theatre in New York City uraufgeführt.
Religion
Katastrophen
- 1985 - Vulkanausbruch: Ein Lahar des Nevado del Ruiz verwüstet die kolumbianische Stadt Armero und kostet mindestens 20.000 Einwohnern das Leben.
- 2002 - Vor der galicischen Küste sinkt der Öltanker Prestige; dies verursacht eine Ölpest, von der große Teile der spanischen Atlantikküste betroffen sind.
Sport
- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1992 - Riddick Bowe gewinnt seinen Boxkampf gegen Evander Holyfield im Thomas & Mack Center (Las Vegas) durch Sieg nach Punkten - und damit den Weltmeistertitel im Schwergewicht.
- 1999 - Lennox Lewis gewinnt seinen Boxkampf gegen Evander Holyfield im Thomas & Mack Center durch Sieg nach Punkten und wird damit Boxweltmeistertitel im Schwergewicht.
Geboren
- 354 - Augustinus, einer der vier westlichen Kirchenlehrer
- 1312 - Eduard III., König von England
- 1316 - Johann I., Sohn von Ludwig X. von Frankreich
- 1486 - Johannes Eck, katholischer Theologe
- 1493 - Wilhelm IV., Herzog von Bayern (1508-1550)
- 1504 - Philipp I., Landgraf von Hessen
- 1559 - Albrecht VII. von Österreich, Erzherzog von Österreich und Regent der spanischen Niederlande
- 1567 - Moritz von Oranien, Statthalter der Niederlande
- 1572 - Daniel Heider, deutscher Jurist und Rechtshistoriker
- 1595 - Georg Wilhelm, Kurfürst von Brandenburg
- 1689 - Philipp von Zesen, deutscher Barockdichter
- 1699 - Johann Zach, böhmischer Komponist und kurfürstlich mainzischer Hofkapellmeister
- 1715 - Dorothea Christiane Erxleben, erste promovierte deutsche Ärztin
- 1760 - Jiaqing, Chinesischer Kaiser (Qing-Dynastie)
- 1768 - Bertel Thorvaldsen, dänischer Bildhauer
- 1782 - Esaias Tegnér, schwedischer Lyriker
- 1782 - Joseph Kornhäusel, österreichischer Architekt
- 1801 - Amalie Auguste, Königin von Sachsen
- 1801 - Elisabeth, Königin von Preußen
- 1811 - Juri Arnold, russischer Komponist
- 1814 - Joseph Hooker, General der Nordstaaten im Amerikanischen Bürgerkrieg
- 1817 - Louis Lefébure-Wely, Organist, Komponist
- 1826 - Charles Frederick Worth, Modemacher, Begründer der Haute Couture
- 1833 - Edwin Booth, US-amerikanischer Schauspieler
- 1838 - Anna Marie Geibelt, Schuf mehrere mildtätige Stiftungen in Pirna
- 1838 - Joseph F. Smith, 6. Präsident der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage
- 1850 - Robert Louis Stevenson, schottischer Schriftsteller
- 1853 - Arnold von Siemens, deutscher Industrieller und der älteste Sohn von Werner von Siemens
- 1854 - George Whitefield Chadwick, US-amerikanischer Komponist
- 1869 - August Heisenberg, deutscher Byzantinist
- 1869 - Helene Stöcker, deutsche Frauenrechtlerin und Pazifistin
- 1874 - Wilhelm Dittmann, deutscher Politiker
- 1874 - Marguerite Long, französische Pianistin
- 1880 - Editha Klipstein, deutsche Schriftstellerin und Journalistin
- 1881 - Rudolf Minger, Schweizer Politiker
- 1882 - Joseph Cardijn, Begründer der internationalen Christlichen Arbeiterjugend
- 1886 - Mary Wigman, deutsche Tänzerin, Choreografin und Tanzpädagogin
- 1888 - Leopold Schönbauer, österreichischer Chirurg
- 1890 - Albert Stohr, Bischof von Mainz
- 1892 - Karl Jakob Hirsch, deutscher Künstler und Schriftsteller
- 1893 - Edward Adelbert Doisy, US-amerikanischer Biochemiker
- 1894 - Arthur Nebe, Chef des Reichskriminalpolizeiamtes
- 1894 - August Dresbach, deutscher Politiker und MdB
- 1897 - Martin Gumpert, deutscher-amerikanischer Mediziner und Schriftsteller
- 1904 - Günter Reimann, deutscher Ökonom und Journalist
- 1904 - Peter Graf Yorck von Wartenburg, deutscher Jurist und Widerstandskämpfer
- 1906 - Willibald Kress, deutscher Fußballspieler
- 1911 - Heinz von Foerster, Philosoph
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